OEAEK Jahresbericht 2025_04 - Flipbook - Page 60
7. RECHTSANGELEGENHEITEN
sundheitswesen überarbeitet. Es wird betont, dass
Reformen, die den universellen Zugang zur Versorgung fördern, den Zugang zu ärztlicher Betreuung
und ärztlich geleiteten Teams stärken müssen, wobei Patientensicherheit, Versorgungsqualität und
berufsethische Standards oberste Priorität haben.
Multidisziplinäre Teams müssen stets ärztlich geleitet und koordiniert werden, da Ärztinnen und
Ärzte durch Ausbildung, Erfahrung und ethische
Verantwortung die bestmögliche Sicherheit und
Qualität der Versorgung gewährleisten. Die WMA
warnt davor, ärztliche Aufgaben ohne angemessene Aufsicht an nicht-ärztliches Personal zu übertragen, da dies das Risiko von Fehlbehandlungen,
falschen Diagnosen und fragmentierter Versorgung
erhöht und zu Ungleichheiten, insbesondere in ressourcenschwachen Regionen, führt. Nachdrücklich unterstreicht die WMA, dass Reformen nicht
allein aus Kostengründen erfolgen dürfen. Nachhaltige Lösungen liegen in Investitionen in Ausbildung, Aufsicht und faire Arbeitsbedingungen aller
Gesundheitsfachkräfte, wobei die ärztliche Führung unverzichtbar bleibt. Zudem fordert die WMA,
dass Regierungen und Gesundheitsbehörden Ärztinnen und Ärzte sowie deren Berufsvertretungen
in alle Reformen einbeziehen und Aufgaben, Verantwortlichkeiten sowie rechtliche Haftungen klar
de昀椀nieren und transparent kommunizieren.
Revision der WMA Declaration of Taipei:
Die WMA de昀椀niert in der Declaration of Helsinki
ethische Grundsätze für medizinische Forschung
am Menschen. Angesichts der zunehmenden Nutzung großer Gesundheitsdatenbanken und Biobanken für Forschung und Analyse hat die WMA
die Declaration of Taipei entwickelt. Diese bezieht
sich auf die Erhebung, Speicherung und Nutzung
identi昀椀zierbarer Daten und biologischen Materials
über die individuelle Patientenversorgung hinaus
und ergänzt die Declaration of Helsinki um ethische Leitlinien für deren verantwortungsvollen Ein-
satz in Gesundheitsdatenbanken und Biobanken.
Im April 2025 startete die WMA eine Überarbeitung
der Declaration of Taipei und plant, durch regionale Treffen sowie offene Konsultationen weltweit
möglichst viele Interessierte in den Prozess einzubeziehen.
Council of the European
Liberal Professions (CEPLIS)
Die Österreichische Ärztekammer wird über die
Bundeskonferenz der Freien Berufe (BUKO) im
European Council of the Liberal Professions (CEPLIS) repräsentiert. CEPLIS ist ein interprofessioneller Verband, der die freien Berufe auf Ebene der
Europäischen Union zusammenführt. Seine Mitglieder sind nationale interprofessionelle sowie europäische monoprofessionelle Einrichtungen, die
den Sektor der freien Berufe repräsentieren. Ziel
von CEPLIS ist die Förderung der Interessen der
freien Berufe. Durch verschiedene Arbeitsgruppen werden alle für die freien Berufe relevanten
Legislativvorschläge auf Unionsebene mitverfolgt.
Im Jahr 2024 wurde das CEPLIS‘ Young Professionals Committee (Young CEPLIS) gegründet.
Ziel dieses Ausschusses ist es unter anderem das
Bewusstsein der politischen, sozialen und kulturellen Entscheidungsträger für die Bedeutung junger
Angehöriger der freien Berufe zu stärken. Die Österreichische Ärztekammer ist nunmehr direkt bei
Young CEPLIS vertreten.
Standesführung
Führung der Ärzteliste
Die Ärzteliste ist das verbindliche Register der in
Österreich zur Berufsausübung berechtigten Ärztinnen und Ärzte. Die Führung der Ärzteliste und
somit die Prüfung, ob die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen für die Ausübung des ärzt-