OEAEK Jahresbericht 2025_04 - Flipbook - Page 59
der Verordnung zum Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) hat CPME ein neues Positionspapier veröffentlicht, das zentrale Anforderungen
an elektronische Gesundheitsakten (EHR) de昀椀niert. Ziel ist es, sicherzustellen, dass EHR-Systeme sowohl den Bedürfnissen von Ärztinnen und
Ärzten als auch von Patientinnen und Patienten
gerecht werden. Gefordert wird die Bereitstellung
benutzerfreundlicher und funktionaler Systeme
sowie eine nahtlose Integration der EHDS-Anforderungen, die für die Gesundheitsberufe kostenneutral umgesetzt wird. Zu den Kernanforderungen zählen insbesondere die reibungslose
Anbindung an andere klinische Software, um
doppelte Dateneingaben zu vermeiden, sowie die
automatisierte medizinische Kodierung mittels KIgestützter Hintergrundsysteme, um den administrativen Aufwand zu verringern. Darüber hinaus
emp昀椀ehlt CPME die Einführung standardisierter
Kriterien zur Bewertung von Benutzerfreundlichkeit, Ef昀椀zienz und Zufriedenheit mit EHR-Systemen sowie die konsequente Umsetzung von
Informationsstandards, die von Gesundheitsfachkräften entwickelt wurden. CPME betont zudem
die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit
zwischen politischen Entscheidungsträgern, nationalen Behörden und ärztlichen Berufsvertretungen, um die praxisgerechte Umsetzung des EHDS
zu gewährleisten und die Belastung durch digitale
Anwendungen für das Gesundheitspersonal nicht
weiter zu erhöhen.
World Medical Association (WMA)
Die World Medical Association (WMA) ist eine internationale Organisation, die Ärztinnen und Ärzte
weltweit vertritt und die höchsten Standards ethischen Verhaltens und medizinischer Versorgung
fördert. Sie bietet Orientierung durch Deklaratio-
nen, Resolutionen und Stellungnahmen, die sowohl
Ärztinnen und Ärzten als auch nationalen Ärzteverbänden, Regierungen und internationalen Organisationen als Leitfaden dienen. Die Themen reichen
von medizinischer Ethik und Patientenrechten
über Forschung an Menschen und Versorgung in
Krisensituationen bis hin zu Medikamentenmissbrauch, Familienplanung und Umweltschutz.
WMA Statement on Arti昀椀cial and Augmented
Intelligence in Medical Care: Die WMA hat eine
Stellungnahme zu Künstlicher und Erweiterter Intelligenz (KI) in der medizinischen Versorgung veröffentlicht, die globale ethische Leitprinzipien für
den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz
von KI im Gesundheitswesen de昀椀nieren soll. Kernbotschaft ist, dass KI die ärztliche Entscheidungs昀椀ndung unterstützen, aber nicht ersetzen darf, wobei die zentrale Rolle der Ärztinnen und Ärzte in der
Patientenversorgung gewahrt bleibt. Patientensicherheit, Transparenz und menschliche Aufsicht
müssen im Mittelpunkt aller Anwendungen stehen,
und die behandelnden Ärztinnen und Ärzte behalten die letztendliche Verantwortung für alle KI-generierten Ergebnisse, die Diagnosen, Behandlungen oder P昀氀egeentscheidungen beein昀氀ussen. Die
WMA betont zudem die Notwendigkeit starker regulatorischer Aufsicht, kontinuierlicher Leistungsüberprüfung, Mechanismen zum Hinterfragen oder
Übersteuern von KI-Empfehlungen sowie die Förderung von KI-Kompetenzen in der medizinischen
Ausbildung. Ziel ist es, KI als Werkzeug für eine
bessere, sichere und gerechte Versorgung einzusetzen, ohne ethische Standards, Empathie und
das Arzt-Patienten-Verhältnis zu gefährden.
WMA Statement on Scope of Practice, Task Sharing and Task Shifting: Die WMA hat ihre Stellungnahme betreffend die Aufgabenverteilung im Ge-
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