OEAEK Jahresbericht 2025_04 - Flipbook - Page 58
7. RECHTSANGELEGENHEITEN
Österreichische Ärztekammer als Gastgeberin
des EJD-Meetings: Die EJD-Sitzung fand am
7. und 8.11.2025 in Wien statt. An der Veranstaltung nahmen rund 60 junge Ärztinnen und Ärzte
aus ganz Europa teil. Im Rahmen des Meetings
wurden die Ergebnisse einer internationalen Studie zu Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten von
Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung präsentiert.
Die Studie zeigt, dass eine europaweite Verbesserung der Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen
notwendig ist, um die Nachhaltigkeit der europäischen Gesundheitssysteme langfristig sicherzustellen. Darüber hinaus wurden die derzeit größten
Herausforderungen für junge Ärztinnen und Ärzte
in Europa diskutiert. Zentrale Themen waren dabei
die Bedeutung einer standardisierten und kompetenzbasierten Ausbildung, die beru昀氀ichen Rahmenbedingungen sowie die strategischen Zielsetzungen und die laufende Arbeit der EJD.
Ständiger Ausschuss der europäischen Ärzte (CPME)
Das CPME ist die Dachorganisation der nationalen Ärzteorganisationen in den Mitgliedstaaten der
Europäischen Union bzw. des EWR. Diese vertritt
die Ärzteschaft auf breiter Basis gegenüber den
Organen der EU in Hinblick auf standes- und gesundheitspolitische Anliegen.
Members Conference in the European Parliament:
Solutions to the European Workforce Crisis: Am
20.03.2025 kamen Vertreterinnen und Vertreter der
Ärzteschaft aus rund 30 Ländern im Europäischen
Parlament zur Veranstaltung „Solutions for the
European Health Workforce Crisis“ zusammen, um
nachhaltige Lösungsansätze für die europäische
Gesundheitsfachkräftekrise zu erörtern. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von den Europaabgeordneten Dr. András Kulja und Tilly Metz in Zu-
sammenarbeit mit CPME. Die Diskussion machte
deutlich, dass der Mangel an medizinischem Personal eine gesamteuropäische Herausforderung
darstellt. Zahlreiche Mitgliedstaaten sehen sich mit
einer alternden Ärzteschaft, verstärkter Abwanderung sowie erheblichen regionalen Versorgungsunterschieden konfrontiert. Einigkeit bestand darin,
dass nationale Einzelmaßnahmen nicht ausreichen, um die strukturellen Engpässe nachhaltig zu
beheben – vielmehr bedarf es eines koordinierten
europäischen Vorgehens.
Zugleich wurde die dringende Notwendigkeit betont, die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen substanziell zu verbessern. Hohe Arbeitsbelastung, strukturelle Unter昀椀nanzierung und
zunehmende psychosoziale Beanspruchungen
mindern die Attraktivität des Berufs und gefährden
die langfristige Bindung von Fachkräften. Als zentrale Handlungsfelder wurden insbesondere die
konsequente Umsetzung arbeitsrechtlicher Vorgaben sowie der Ausbau qualitativ hochwertiger Ausund Weiterbildungsstrukturen benannt. Darüber
hinaus hoben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
die Bedeutung verlässlicher und europaweit vergleichbarer Daten für eine evidenzbasierte und vorausschauende Personalplanung hervor. Abschließend wurde die Entwicklung einer koordinierten
EU-Strategie für Gesundheitsfachkräfte angeregt,
um Stabilität, Resilienz und Leistungsfähigkeit der
europäischen Gesundheitssysteme langfristig zu
sichern. Die zentrale Botschaft der Veranstaltung
lautete: Ohne ausreichend medizinisches Personal
ist eine verlässliche Gesundheitsversorgung nicht
gewährleistet. Europa ist daher gefordert, gemeinsam und entschlossen zu handeln.
Policy on Implementing a „user-friendly” European Health Data Space: Mit dem Inkrafttreten