OEAEK Jahresbericht 2025_04 - Flipbook - Page 32
4. NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE
Einheitlicher Leistungskatalog
und Gesamtvertrag
sowie Vertreter der Sozialversicherung und der
ÖGAM teilnahmen.
Psychische Gesundheit
Die Österreichische Gesundheitskasse, die
Österreichische Ärztekammer sowie die Landesärztekammern haben im Herbst 2025 die Arbeiten an einem österreichweit einheitlichen Gesamtvertrag wieder aufgenommen. Ziel dieses
gemeinsamen Vertrags ist die optimale und
moderne medizinische Versorgung der Bevölkerung in Österreich in einem Sozialversicherungssystem, in welchem niedergelassene Ärztinnen
und Ärzte gerne arbeiten. Die Zusammenarbeit
erfolgt in einem breit aufgestellten Projektteam
und ist von dem Wunsch nach Partnerschaft und
konstruktivem Austausch geprägt. Wesentliche
Handlungsfelder sind die allgemeinen Rechte
und P昀氀ichten für Vertragsärzte, das Leistungsspektrum sowie die Möglichkeiten für Innovationen und Digitalisierung.
Veranstaltungen
Facharzt für Allgemeinmedizin
und Familienmedizin
Im Vorfeld zu einer Enquete zum Facharzt für
Allgemeinmedizin und Familienmedizin in Salzburg, deren Gastgeber die Bundessektion Allgemeinmedizin und approbierte Ärzte (BSAM)
war, blickten Bundeskurienobmann Edgar Wutscher und der ehemalige ÖÄK-Präsident Artur
Wechselberger zurück auf die vielen Jahre zwischen dem Beschluss bei der Vollversammlung
der Österreichischen Ärztekammer bis hin zur
tatsächlichen Umsetzung des Facharztes. Der
große Meilenstein wurde in einem Festakt im
Beisein von Ehrengästen in Salzburg gefeiert,
an dem auch Vertreter des Gesundheitsministeriums, die Salzburger Gesundheitslandesrätin
Der Amoklauf in einer Grazer Schule im Juni 2025
rückte auf traurige Weise einmal mehr die hohe
Bedeutung des Faches Kinder- und Jugendpsychiatrie, aber auch der Erwachsenenpsychiatrie
in den Fokus. ÖÄK-Präsident Johannes Steinhart
sprach in einer Pressekonferenz über Prävention
und Früherkennung psychosozialer Krisen, um
Gewaltexzesse zu verhindern sowie über die psychosoziale Behandlung von Überlebenden, Kindern und Jugendlichen und Angehörigen. Zahlreiche Studien hätten gezeigt, dass die psychische
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den
vergangenen Jahren gelitten habe. Allein in Wien
betrug die Wartezeit auf einen Termin im Median
90 Tage, 40 Prozent aller kontaktierten Ordinationen könnten gar keine neuen Patientinnen und
Patienten mehr aufnehmen. In der Erwachsenenpsychiatrie konnten 20 Prozent der Ordinationen
keine Patientinnen und Patienten mehr aufnehmen, die Wartezeit auf einen Termin betrug im
Median 37 Tage. Politik und Sozialversicherungen
sind gefordert, die Versorgungsdichte auszubauen. Wichtig sei, mit psychosozialer Prävention und
Intervention in den Schulen aufzuklären. Steinhart
forderte eine verbindliche Integration von psychosozialer Aufklärung in die Lehrpläne der Schulen.
Die psychische Gesundheit müsse in der öffentlichen Wahrnehmung, aber auch bei den 昀椀nanziellen Prioritätensetzungen der Gesundheitspolitik
und der Sozialversicherungen ein höherer Stellenwert gegeben werden.
Eine Möglichkeit des Ausbaus wäre laut BKNÄ die
Integration der Kinder- und Jugendpsychiatrie in
bereits bestehende Kinder-Primärversorgungseinheiten sowie die Möglichkeit, eigenständige psychi-