OEAEK Jahresbericht 2025_04 - Flipbook - Page 26
4. NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE
• Aufsicht stärken, damit Fehlentwicklungen früher erkannt werden und schnellere Maßnahmen
getroffen werden können
• Kassasturz für alle Träger des DV (AUVA, PVA,
ÖGK, BVAEB, SVS) – gemeinsamer Einkauf, gemeinsame IT-Systeme, einheitliches Immobilienmanagement
• Finanzierung auf neue Beine stellen: Temporäre
Co-Finanzierung aus Steuermitteln über Anhebung der Hebesätze
Die BKNÄ verwies wiederholt darauf, dass die
Ärztekosten nur rund 15 Prozent der ÖGK-Gesamtausgaben ausmachen und dieser Anteil in
den vergangenen Jahren sogar gesunken sei:
Jahr 2021 hatten die Ärztekosten einen Anteil von
15,85 Prozent und im Jahr 2023 einen Anteil von
15,54 Prozent – ein Minus von 0,31 Prozentpunkten. Obwohl bis zu 85 Prozent des ÖGK-Budgets
für Strukturverbesserungen angedacht werden
könnten, wurden 2025 die Ärztinnen und Ärzte
von der ÖGK dazu angehalten, weniger MR/CTs
und Physiotherapieeinheiten zu verordnen. MRTs
seien aber Diagnoseinstrumente der modernen
Medizin und es sei gut, dass diese auch genutzt
werden, betonte die Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte. Sie verwies darauf, dass die
Kosteneinsparungen gering seien und sich nicht
rechnen würden, wenn gleichzeitig das medizinische Risiko eingegangen werde, etwas zu übersehen. Der medizinische Fortschritt müsse auch
in den medizinischen Leistungen abgebildet sein,
neben einem modernen Leistungskatalog sollten
auch im Bereich der Vorsorgemedizin die Leistungen der Krankenkassen für die Versicherten
verbessert werden. Eine Investition in Prävention
koste zwar anfangs, aber würde langfristig Einsparungen im System bringen.
In der Folge beschloss die Regierung eine Finanzspritze für die ÖGK: Die e-Card Gebühr wurde
fast verdoppelt bzw. für Pensionistinnen und Pensionisten überhaupt eingeführt, deren Krankenversicherungsbeiträge wurden zudem von 5,1 auf
sechs Prozent hinaufgesetzt. Diese Finanzspritze
in dreistelliger Millionenhöhe in den kommenden
zwei Jahren allein reicht aus Sicht der Österreichischen Ärztekammer nicht aus, um die 昀椀nanzielle
Situation der ÖGK nachhaltig zu verbessern. Eine
昀椀nanzielle Absicherung der ÖGK, wie sie von der
Regierung gesetzt wurde, sei notwendig, aber damit dürften die Maßnahmen nicht aufhören. Eine
Evaluierung der ÖGK-Strukturen aufgrund der negativen 昀椀nanziellen Entwicklungen sei weiterhin
notwendig.
Ärztliche Versorgung in den Gemeinden
Eine Umfrage des Kommunalverlags unter Bürgermeistern, Vize-Bürgermeistern, Amtsleitern,
Gemeindemandataren und anderen Gemeindebediensteten, an der 619 Personen teilgenommen
haben, zeigte: Fast 70 Prozent der Gemeindevertreter sehen die Versorgung ihrer Gemeinde durch
fehlende Kassenärzte in den kommenden fünf
Jahren gefährdet. Eine signi昀椀kante Mehrheit von
66,20 Prozent der Befragten stimmte dabei voll
und ganz zu, dass ihnen die aktuelle Problematik
bei der Besetzung von Kassenstellen bewusst ist,
68,32 Prozent der Befragten stimmte der Aussage
eher oder voll und ganz zu, dass die Verbesserung
der Arbeitsbedingungen für Kassenärzte sich positiv auf die Zukunft ihrer Gemeinde auswirken würde. Und 54,13 Prozent der Befragten sind laut dieser Umfrage der Meinung, dass die Erleichterung
bei der Gründung und Bewahrung von ärztlichen
Hausapotheken eine positive Auswirkung auf die
Zukunft ihrer Gemeinden haben würde.
Bei der Möglichkeit für Ärztinnen und Ärzte,
in ihrer Praxis Medikamente abzugeben, stimmen
55,58 Prozent zu. Die Ergebnisse dieser Umfra-