OEAEK Jahresbericht 2025_04 - Flipbook - Page 18
3. ANGESTELLTE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE
Sperl (Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Salzburg) und Rudolf Mallinger (Karl Landsteiner
Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
GmbH) sowie Johannes Steinhart, Präsident der
Österreichischen Ärztekammer, und Harald Mayer,
Vizepräsident der ÖÄK und Bundeskurienobmann
der angestellten Ärzte der ÖÄK.
Die Strategien umfassen neben dem sofortigen
Angebot an Ausbildungsstellen die Forderung
nach attraktiveren Arbeitsbedingungen und Angeboten wie einer optimalen Vereinbarkeit von Beruf und Familie danach trachten, die hier im Lande
ausgebildeten, angehenden Ärztinnen und Ärzte
im Lande zu halten. Und drittens bedürfe es im
Hinblick auf das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) im
letzten Studienjahr einer Neuordnung der Basisausbildung. Es müsse Klarheit darüber herrschen,
wie es mit der Basisausbildung künftig weitergeht.
Eine sinnvolle Weiterentwicklung wäre optional,
eine vertiefende Schwerpunktausbildung in fachlich nahen Bereichen der Sonderfachausbildung
zu ermöglichen.
Weiters betonten die Expertinnen und Experten,
dass in Österreich genügend Medizinerinnen und
Mediziner ausgebildet werden und dass es keineswegs mehr Studienplätze braucht. Mehr Studentinnen und Studenten gehen auf Kosten der Ausbildungsqualität, da sowohl die theoretische aber
auch insbesondere die praktische Ausbildung in
den Spitälern während des Studiums leiden würde.
Spitalsärzteumfrage
Maßnahmen und erfolgversprechende Strategien
erfordern auch die alarmierenden Ergebnisse der
Spitalsärzteumfrage 2025 der Bundeskurie angestellte Ärzte. Diese zeigte: Das Arbeiten im Spital
sei unangenehmer geworden, nur 62 Prozent würden nochmals den Arztberuf wählen. 60 Prozent
der Befragten gaben an, dass die Arbeit im Krankenhaus in den vergangenen fünf Jahren unangenehmer geworden ist. Das ist für die BKAÄ total
konträr zu dem, was eigentlich seit der bisher letzten Umfrage im Jahr 2019 geschehen hätte sollen – nämlich, dafür zu sorgen, dass die Ärztinnen
und Ärzte ihren Beruf so ausüben können, wie es
die Patientinnen und Patienten verdienen. Die vorliegenden Ergebnisse seien also ein lauter Hilferuf
der Spitalsärzteschaft, lautete die Interpretation.
Neben Faktoren wie der optimalen Vereinbarkeit
von Beruf, Familie und Freizeit, einer KA-AZG-konformen wöchentlichen Arbeitszeit ohne versteckte
Überstunden bis hin zu weniger Nachtdiensten,
einer massiven Entlastung von bürokratischen
Aufgaben (auch durch ef昀椀ziente digitale Lösungen, die momentan vielerorts fehlen) oder der
Möglichkeit von Teilzeitmodellen (insbesondere
für Eltern und ältere Arbeitnehmer), gebe es laut
BKAÄ eine schnell wirksame Generallösung, um
die Belastung der Spitalsärzteschaft zu verringern.
Es müsse endlich eine einheitliche, bundesweite
und verbindliche Patientenlenkung zur Entlastung
der Spitalsambulanzen einführen. Damit wären auf
einen Schlag viele Probleme gelöst.
Das Beispiel Niederlande mit der verp昀氀ichteten
Überweisung eines niedergelassenen Arztes für
die Behandlung in einer Krankenhausambulanz
könne als Vorbild dienen und zeige, dass vielen
Menschen schon in der Niederlassung optimal geholfen werden könne, während in Österreich allen
Menschen beliebige Ebenen des Gesundheitssystems offenstünden, unabhängig von der medizinischen Notwendigkeit.
Patientenlenkung
Positiv kommentierte die Bundeskurie angestellte Ärzte im Frühling 2025, dass im Regierungs-