OEAEK Jahresbericht 2025_04 - Flipbook - Page 17
burg (67,9 Prozent). Am wenigsten stimmten die
Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung in Tirol (52,8
Prozent) und Wien (54,8 Prozent) zu.
Enquete: Wie gut sind unsere Medizin-Unis?
Um die universitäre Ausbildung in Österreich ging
es auch bei einer hochkarätig besetzten und besuchten BKAÄ-Enquete im Mai 2025. „Wie gut
sind Österreichs private Medizinische Universitäten und was spricht für die öffentlichen Unis?“,
lautete der Titel. Der gemeinsame Tenor der Expertinnen und Experten war schnell klar: Die medizinische Ausbildung an den heimischen Unis sei
gut, im benachbarten Ausland nehme man die Absolventen aus Österreich mit offenen Armen, allein
diese im Land zu halten, das sei der gordische
Knoten, den es zu durchschlagen gelte. Letzteres
wurde auch heftiger diskutiert als etwa der Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Unis.
Ein weiteres Ergebnis war die Wichtigkeit eines
gedeihlichen Mit- und Nebeneinanders von privaten und öffentlichen Medizin-Unis, um die Notwendigkeit an Ärztinnen und Ärzten in Österreich
abzudecken.
Das betonte auch Harald Mayer, Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident: „Wir müssen die angehenden Medizinerinnen und Mediziner dazu bringen, bei uns zu
bleiben. Da sehe ich die Spitalsträger in der Verantwortung. Es geht sicher nicht um mehr Studienplätze – wir können auch auf 4.800 erhöhen und
damit den jährlichen Output verdoppeln, wenn die
Rahmenbedingungen nicht stimmen, werden sie
nicht bleiben.“ Das unterstrich die ÖH-Vorsitzende der Karl Landsteiner-Privatuniversität Krems,
Katharina Findl: „Es würde massiv helfen, uns
Ausbildungsplätze anzubieten, auf die man nicht
länger als ein paar Monate warten muss. In Wien
sind es bereits bis zu drei Jahre.“
Die Bundeskurie angestellte Ärzte hat auf ihrer
Agenda für 2026, sich dieser Problematik noch
intensiver als bisher – bereits mehrfach wurde gefordert, allen Absolventinnen und Absolventen des
Medizinstudiums sofort nach Beendigung des Studiums Ausbildungsplätze anzubieten – anzunehmen
und die Politik und die Träger auf diese Missstände
hinzuweisen. Wartezeiten auf Ausbildungsplätze
seien „ein klares No-Go“. Denn es wäre fatal, bei
uns top-ausgebildete, angehende Ärztinnen und
Ärzte zu verlieren. Denn die Qualität der Ausbildung
an den heimischen Medizin-Unis sei auch international betrachtet beachtlich – das zeige die hohe Zahl
der Bewerber aus der ganzen Welt. Und dort, wo
es zuletzt Probleme gab, wurde qualitativ mit einem
neuen Konzept deutlich nachgebessert, etwa an
der Sigmund Freud Privatuniversität, wodurch die
Akkreditierung wieder erteilt wurde. ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer befand daher abschließend:
„Unsere universitäre Ausbildung ist gut. Wir brauchen andere Maßnahmen, um unsere ärztliche Versorgung für die Zukunft abzusichern.“
Zentrale Strategien für Ausbildung und
Gesundheitsversorgung
Die Forderung nach Ausbildungsstellen für alle Absolventinnen und Absolventen mit Beendigung des Medizinstudiums in Österreich 昀椀ndet sich auch in einer
Aussendung, in der sechs Rektorinnen und Rektoren
der Medizinischen Universitäten gemeinsam mit der
ÖÄK vor dem Aufnahmetest (MedAT) im Juli 2025 die
drei zentralen Themen für die Strategie für die medizinische Ausbildung in Österreich skizzierten.
Namentlich unterstützten folgende Rektorinnen
und Rektoren das gemeinsame Statement: Markus
Müller (Medizinische Universität Wien), Wolfgang
Fleischhacker (Medizinische Universität Innsbruck), Andrea Kurz (Med Uni Graz), Stefan Koch
(Johannes Kepler Universität Linz), Wolfgang
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